Der Hansenbecher

Das Wahrzeichen des Internationalen Hansenorden e.V. zu St. Goar am Rhein ist der Hansenbecher. In früheren Zeiten wird von drei wertvollen Silberbechern berichtet.

I. Der von Karl dem  Großen gestiftete Becher

Der Sage zufolge soll den Ersten Karl der Große aus Dankbarkeit anlässlich der Versöhnung seiner beiden Söhne Karl und Pippin in der Goars-Kapelle gestiftet haben. Er war mit seinen Abbildungen geschmückt und trug die Inschrift:

Ex fundatione Divi Augusti Imperatoris Caroli Magni, in memoriam reconciliatiensis filiorum suorum. Caroli et Pipini.

Übersetzung:

Karl der Große, der Kaiser und allzeit Mehrer des Reiches schenkt aus seinem Schatz, zum Dank der Versöhung der Kinder Karls und Pippins.

1870 wurde dieser Becher noch im Gasthof "Zur Lilie" aufbewahrt, danach verliert sich seine Spur.

Hansenbecher

II. Landgraf Wilhelm IV.

Ein zweiter Becher wurde 1591 von Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel gestiftet. Er trägt die Inschrift

ZU EHREN S GOAR AM REIN,
IST GAR WOLL UND FEIN,
DER LATGREIFFISCHER VERHAS STAT,
DIS DRINCK GESCHIR GEMAGT.

Er befand sich bis 1848 noch im Besitz des Numismatikers (Münzwesenforschers) Bohl in Koblenz, war seit dieser Zeit aber verschollen, bis er im Jahr 1996 im Kunsthandel auftauchte und dem Hansenorden zum Kauf angeboten wurde.

1996 gestohlener Hansenbecher

III. Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels

Der Becher, den der Hansenmeister noch heute wie von alters her jedem Fremdling anlässlich seiner Aufnahme mit Wein reicht, um ihn drei Wohle: auf die Stadt St. Goar, auf sein Vaterland und auf alle Hansenbrüder, ausbringen zu lassen, wird auch Gästen der Stadt bei Empfängen zum Willkommen dargereicht. Er ist eine Kopie des 1683 von Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels anlässlich seiner Aufnahme in die Hanse/Burschband-Compagnie gestifteten Bechers.

Dargestellt sind drei Reiterfiguren. Er trägt die Inschrift:

Ex munificentia Serenissimi D. D. Ernesti, Hassiae Landgravii Rhenofelsensis 1683.

Übersetzung:

Ernst, der Landgraf von Hessen und Rheinfels treuer Beschützer, gab ihn mit gütiger Hand im Jahre des Heils 1683.

Dieser Becher wurde leider am 5. Mai 1996 aus einer Vitrine des Museums auf Burg Rheinfels gestohlen. Der Täter, ein 32-jähriger Franzose, konnte zwar inzischen gefasst werden, doch ist der Becher nicht mehr auffindbar.

Der Becher als Symbol der Gastfreundschaft und des herzlichen Willkommens verbindet alle Hansenbrüder auf der Welt untereinander und wird als äußeres Zeichen der Zugehörigkeit in Form einer Anstecknadel von den Hansenbrüdern getragen.